Gebete zu Weihnachten

Ganz Mensch sein

Kleiner Junge mit Lichterkette in der Hand

Sich von Gott beschenken lassen wie ein Kind

Bild: sasto / photocase.de

Weihnachten spricht von dem Glauben, dass Gott unter uns Mensch wird, von der Hoffnung, dass wir selbst menschlicher werden, und von der Liebe, die Gott uns schenkt – nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ich steh’ an deiner Krippe hier

Ja, Herr, da stehe ich
in Bethlehem
in deiner Stadt im Haus des Gebetes
und schaue dich an:
Deine Größe in deiner Winzigkeit
Deinen Reichtum in deiner Armut
Dein Licht in deiner Nacht
Deinen Thron in deiner Krippe
Deinen Tod in deiner Geburt
Dich, Herr, in diesem Kind.

Und ich schaue dich an:
wie du dich freust
wie du liebst
wie du dich mir entgegenstreckst
wie du mich ansiehst
und da
- getroffen von deinem Blick –
schaue ich weg
schaue ich um mich
schaue ich hinter mich
schaue ich in mich hinein
und sehe: ungeborenes Leben!
Es schreit nach Geburt
es schreit nach Erweckung
es schreit nach Auferstehung
es schreit nach Licht und nach Leben

Du, Herr,
rufst, was nicht ist, dass es sei –
Du schaffst Neues
Du nimmst mich in deine Hände
Du gibst mir einen Namen - deinen Namen –
einen neuen Namen,
den nur du kennst und ich
So schließt du dich mir auf,
so machst du mich zu deiner Krippe,
so darf ich dein Haus sein,
dein Bethlehem,
dein Tempel:

„So lass mich doch dein Kripplein sein,
komm, komm und lege bei mir ein,
dich und all deine Freuden.“

Sr. Ruth Meili CCR, Communität Casteller Ring (leicht gekürzt)

…denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Jesus Christus,

du bist zu den Menschen gekommen und sie hatten keinen Raum für Dich.
Wir bitten dich für die vielen, die auch in dieser Nacht keinen Raum finden,
in dem sie bleiben können.

Mache unsere Herzen weit und gib uns Mut und Kraft, unsere Kirchen stets aufs Neue zu öffnen,
und lass sie denen Herberge sein, die keinen Ort haben, wo sie hinkönnen.
Den Obdachlosen. Den Einsamen. Denen,
die aus ihrer Heimat vor den Kriegen und der Gefährdung ihres Lebens
geflohen sind oder vertrieben wurden.

Lass uns jenes Licht scheinen,
das über den Feldern von Bethlehem leuchtete.
Wie du aus dem Elend der Geburt
die Strahlen deiner Barmherzigkeit in alle Welt hinaus gesandt hast,
so lass sie auch in dieser Nacht leuchten,
für die Menschen in Syrien und Zentralafrika,
für die Millionen vergessener Flüchtlinge auf dem Weg,
damit sie einen Ort finden, an dem sie bleiben können
und neue Hoffnung schöpfen,
weil Menschen, denen du das Herz geöffnet hast,
sich ihrer annehmen. Amen.

Quelle: Diakonie Katastrophenhilfe


26.06.2014 / Anne Lüters