Gebete zum Buß- und Bettag

Umkehr zum Leben

Gelbe Fußspuren auf Asphalt

Ein Bußgebet hilft dabei, den ersten Schritt zu machen

Bild: Jo3-Hannes / photocase.de

Der Buß- und Bettag ist der evangelische Feiertag, der explizit dem Gebet gewidmet ist. Er dient der Selbstreflexion, der Rückbesinnung auf Gott und – wenn nötig – einer Kurskorrektur.

Herr,
du bist in diese Welt hinein gekommen,
in diese unsere Welt,
die einst so gut war
und nun ihr Gesicht und ihre Gestalt verloren hat.

Herr,
du bist in dieses Leben hinein gekommen,
in dieses Unser Leben,
das einst so gut war
und nun sein Gesicht und seine Gestalt verloren hat.

Herr,
du bist in mein Leben hinein gekommen,
um Verlorenes zu suchen,
zu finden und zu retten,
damit mein Leben dein Gesicht und deine Gestalt
wiederfindet,
dein Ebenbild – Du.

Du trittst ein in mein Leben,
um Verlorenem nachzuspüren.
Verlorenes:
das, was verschüttet ist in mir,
verkümmert und zertreten,
unterdrückt und verletzt,
das, was als Schatten mich und andere verdunkelt,
das, was schuldig geworden ist,
das, was krank und leidend ist,
das, was nach Entfaltung drängt,
nach Verwurzelung,
nach Blüte und Frucht;
Das, was in mir schreit,
laut und lautlos,
und das, was in mir schweigt;
Verlorenes in meinem Sein –
in meinem Leben –
in meiner Vergangenheit und Gegenwart.

Alles Verlorene,
das heute so wenig zählt
und nicht gefragt ist,
das, was nach Ansehen drängt,
all das suchst du;
und wenn du es gefunden hast,
dann schaust du es an
mit deinem Blick der Liebe;
dann berührst du es
mit deiner Leben erweckenden Hand,
dann umfängst du es
mit deiner befreienden Nähe.
du verbindest dich mit allem Verlorenen,
um es zu retten,
damit es lebt,
damit du in mir auferstehst,
damit du in mir lebst,
damit ich lebe,
damit ich das Leben habe.

Sr. Ruth Meili CCR, Communität Casteller Ring


26.06.2014 / Anne Lüters