Gebete für die Welt

Beten für Frieden und Gerechtigkeit

Friedenstaube

Frieden und Versöhnung - ideale Themen für jedes Gebet eines Christen.

Bild: www.peopleimages.com

„Beten und Tun des Gerechten“(Dietrich Bonhoeffer) - Im Gebet für die Welt kommen diese zentralen Aufgaben des Christentums zusammen. Denn wer für die Welt betet, der verändert auch sein Handeln.

Jörg Zink: Du hast uns viel Macht gegeben

Du Schöpfer dieser Welt.
Wir leben von deiner Güte und Weisheit.
Die Welt gehört nicht uns, sie gehört dir.
Unsere Wissenschaft geht deinen Gedanken nach.
Unsere Technik verlässt sich auf deine Gesetze.
Unsere Wirtschaft lebt von deinen Gütern.
Unsere Politik ist dir verantwortlich.
Wir danken dir für Geist und Kraft der Menschen,
denn Geist und Kraft sind von dir.
Du hast uns den Frieden anvertraut,
die Freude und das Glück aller Menschen.
Wir bitten dich für jeden Menschen auf dieser Erde,
dessen Frieden und Glück in Gefahr sind.
Wir bitten dich, bewahre uns den Frieden
und bewahre uns davor,
den Frieden anderer zu gefährden:
den Frieden unserer Familien, Freunde und Nachbarn
und aller, denen wir begegnen.
Gott, uns Menschen ist viel Macht gegeben.
Was deine Weisheit geschaffen hat,
ist uns unweisen Menschen anvertraut.
Was du gegeben hast, damit wir leben können,
ist Gefahr geworden für unser aller Leben.
Wir möchten dir danken für deine Welt.
Wir möchten einander schützen vor Gewalt und Hass.
Wir möchten deine Gaben behüten:
die Menschen, ihr Glück und das Leben alles Lebendigen.
Wir bitten dich, Schöpfer dieser Welt,
hilf uns und gib Gelingen.

Jörg Zink
Wie wir beten können, 
Kreuz Verlag, Stuttgart 2008, (c) beim Autor

Du bist mir fremd geworden

Du bist mir fremd geworden, Gott,
im Laufe meiner Jahre.
So unbefangen ich dir einst
vertrauen konnte,
so sehr plagen mich heute
Fragen und Zweifel.
So selbstverständlich du einst
für mich warst,
so wenig kann ich dich heute
verstehen.
So gern ich einst
mit dir gesprochen habe,
so oft fehlen mir heute die Worte,
wenn ich sehe,
wie viel Unbegreifliches in der Welt geschieht,
und nicht begreifen kann,
welchen Sinn das alles haben soll.
Und dennoch
bist du
mein Gott geblieben.
Mein fragwürdiger,
mein unverständlicher,
mein mich immer wieder sprachlos machender Gott.

Aus: Eckhard Herrmann, "Du gibst Geborgenheit - Gebete für dunkle und für helle Tage", Claudius Verlag GmbH

Jörg Zink: Eines wünschen wir uns

Eines wünschen wir uns:
dass du uns freundlich bist,
Gott, und uns segnest.
Denn du gibst das Licht.
Du gibst deine Liebe,
die es hell macht
bei uns auf der Erde.
Alle Menschen sollen dir danken,
dass du ihnen Leben gibst,
Frieden und Sicherheit.
Wir alle wollen dich preisen, Gott,
dass wir leben dürfen
und du uns ernährst
mit Frucht aus der Erde.
Gott, segne uns,
dass auch in unseren Herzen
Frucht wächst,
Liebe, Glauben und Dankbarkeit.
Segne uns, Gott,
und wir alle preisen dich.
Amen.

Jörg Zink nach Psalm 67
Heidi und Jörg Zink: Wie Sonne und Mond einander rufen – Gespräche und Gebete mit Kindern. Kreuz Verlag, Stuttgart 1980, (c) bei den Autoren

 


18.08.2014 / Anne Lüters