Schulgebete

Gut behütet in der Schule

Schüler

Gebete für die Schule sind ein guter Begleiter für einen neuen Zeitabschnitt oder gar ein neues Kapitel im Lebenslauf.

Bild: (c) iStockPhoto / Steve Debenport

Ob im Religionsunterricht oder zum Schulanfang – Gebete haben an vielen Schulen ihren festen Platz. Manchmal hat es aber auch guten Sinn, still die Hände zu falten und um Gottes Hilfe zu bitten.

Gebet zum Schulanfang

Heute ist mein erster Schultag, lieber Gott.
Lange habe ich mich darauf gefreut.
Jetzt bin ich nicht mehr ganz klein.
Danke Gott!
Ich freue mich auf die anderen Kinder
Ich freue mich auf die Lehrerin
Ich darf lesen lernen
Ich darf rechnen lernen
und so viele andere Dinge.
Das möchte ich gerne, Gott. Danke!
Aber mir ist auch ganz mulmig im Bauch.
Werde ich Freunde finden? Kann ich alles verstehen?
Wird die Lehrerin streng sein?
Gott, geh mit mir in die Schule. Bleib in meiner Nähe.
Dann brauch ich mich nicht zu fürchten. Amen

Gott, das ist nicht fair

manchen von uns fällt das Lernen leicht und andere tun sich schrecklich schwer.
manche können sich gut konzentrieren und andere haben den Kopf voll mit Problemen.
Und dann steht hier eine zwei – und dort eine fünf. Immer wieder.
Dabei kann jeder etwas. Die einen sind super Sportler. Und andere können gut trösten. Die einen bringen die ganze Klasse zum Lachen und wieder andere kennen die Fußballspieler aller Nationalmannschaften. Was zählt?
Noten schauen nicht in Herzen. Noten sehen nicht in Häuser.
Aber Du Gott.
Du kennst uns.
Du weißt, wer gerade
unkonzentriert und müde,
traurig oder frustriert,
abgelenkt oder verliebt ist.
Und du liebst uns
weil wir witzig sind oder phantasievoll
weil wir ehrlich sind oder hilfsbereit
weil wir nicht in eine Schublade passen.
Weil wir wir sind.
Du verteilst keine Noten.
Gott sei Dank.

Vor einer Prüfung

Gott, heute ist Prüfungstag.
Ich habe viel geübt
Und manches versäumt.
Werde ich zeigen können, was ich gelernt habe?
Gott, Du kennst meine Worte, bevor ich sie sage. Du weißt, was mir Sorgen macht.
Du bist jeden Augenblick um mich. Steh mir heute bei.
Dann brauche ich mich nicht zu fürchten. Amen

Danke, dass ich lernen darf!

Wenn ich höre, dass im Sudan ein Drittel der Kinder nicht lesen lernt.
Wenn ich erfahre, dass sich in anderen afrikanischen Staaten Mädchen sehnlich wünschen, eine Schule zu besuchen, dann bin ich froh, dass ich lernen darf.
Ich kann lesen und mehr erfahren über die Welt. Ich darf einen Schulabschluss machen und einen Beruf erlernen.
Manchmal vergesse ich, wie wertvoll das ist.
Dann will ich mich nicht abmühen, nicht anstrengen, nicht lernen.
Aber wie gut ist es, meine Neugier zu stillen, Interessen zu entwickeln,
Geschichten zu hören, Zusammenhänge zu begreifen.
Gott, ich danke dir, dass ich lernen darf.
Dass ich ein Gehirn habe, um zu denken, und einen Kopf, um zu begreifen.
Dass es so viel Wissen zu entdecken gibt!
Lass mich achtsam damit umgehen.
Amen

Du stehst zu mir

Ich lebe in einer Welt von Bewertungen und Zensuren. Immer muss ich Bestleistungen vorweisen. Oft sehe ich mich selbst nicht mehr vor lauter Bewertungen, Noten und Zeugnissen. Als ob das der einzige Maßstab ist, der gilt? Wie gut, dass ich vor dir wertvoll bin, wie ich bin: Mit meinen Erfolgen und meinen Niederlagen, mit meinen glänzenden Seiten, aber auch mit meinen schmerzenden Fehlern. Du gibst mir den Mut, zu mir zu stehen. Du nimmst von mir die Last, vor anderen dauernd meinen Wert beweisen zu müssen. Wie du mich ansiehst, so lass mich auch andere ansehen: Mit ihren Leistungen und mit ihrem Versagen. Mit deinen Augen. Lehre mich Deine Liebe und Barmherzigkeit. Denn von ihr lebt die Welt. AMEN.


26.06.2014 / Anne Lüters