Gebete für Schule, Arbeit und Freizeit

Begrenzte Freiheit

Mädchen im Klassenzimmer

Scbule engt ein, macht aber auch Freude - über diesen Widerspruch kann man sich mit Gott unterhalten.

Bild: birdsoar / photocase.de

Schule und Beruf machen einen großen Teil des Lebens aus. Sie setzen uns unter Druck, aber sie erfüllen uns auch. Segen und Not der Arbeit, Begrenzung und Freizeit werden im Gebet mit Gott geteilt.

Wie gern, Gott,
würde ich manchmal aus meinen engen Grenzen ausbrechen;
den Grenzen, die andere mir setzen oder ich mir selbst.
Meine Erziehung. Mein Beruf. Meine Verpflichtungen.
Erwartungen. Ansprüche. Gewohnheiten.
Sich nach nichts und niemandem mehr
richten müssen! Frei sein. Unabhängig.
Nicht nur in Gedanken!

Und während ich noch solches denke, Gott,
bin ich doch auch wieder froh,
dass mich Grenzen umgeben, aufhalten, einschränken.
Dass mich meine Grenzen davor bewahren,
mich und andere zu überfordern.

Dass mich meine Grenzen anhalten, Rücksicht zu nehmen.
Dass mich meine Grenzen lehren, Frieden zu stiften und Frieden zu halten.
Dass mich meine Grenzen schützen.
Vor anderen. Aber auch vor mir selbst.

Ich entdecke
in der Enge meiner Grenzen
einen weiten Raum, in den du mich gestellt hast.*
Den weiten und noch lange nicht erforschten Raum
eines Lebens,
das ich – so wie es ist – jeden Tag von neuem genieße.

aus: Eckhard Herrmann, Du gibst Geborgenheit, Gebete für dunkle und für
helle Tage, Claudius Verlag München, 2012, S. 36


26.06.2014 / Anne Lüters
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